Datenverlust – Festplatten verlieren mit der Zeit Dateien

In dem heutigen Blogeintrag will ich mich mit einem Thema befassen das den meisten nicht bekannt is..

Festplatten können Dateien, wie z.B. Bilder oder Videos, mit langer Lagerung zerstören.

Allen ist bekannt dass eine Festplatte mit der zeit mal kaputt geht und man seine Dateien von Zeit zu Zeit auf einem anderen Medium (Externe Festplatte, CD oder USB Stick) sichern sollte. Diese Sicherungen sind auch sehr wichtig und wertvoll denn oft kann man defekte Festplatten nur mit viel Aufwand oder hohem Geldeinsatz reparieren bzw. die Daten retten. Ein ganz anderes Problem ist der Verlust der Magnetisierung auf den Spindeln einer Festplatte.

Wie funktioniert eine Festplatte?

Um dieses Problem zu erklären, schweife ich ein wenig aus und erkläre erst einmal wie eine Festplatte aufgebaut wird und arbeitet. Ein Bild einer Festplatte von innen hat bestimmt jeder schon einmal gesehen. dort sind mehrere aufeinander liegende Silberne scheiben und ein Schieber der auf allen platten hin und her fahren kann.

Festplatte

An der Spitze dieses Schiebers oder Läufers sitzt ein kleiner Elektromagnet. Mit diesem Magneten können kleine bereiche, so genannte Sektoren  auf der Festplatte geschrieben und ausgelesen werden. In diese Sektoren werden die Dateien gespeichert. Hierzu wird die Datei aufgeteilt in eine für den PC lesbare Größe, so genannte Bits.  Ein Bit kann lediglich 2 Zustände haben, 1 oder 0. Dies wird dann via Magnetismus auf der Spindel festgehalten. Ist ein Bit plus Magnetisiert entspricht es dem Wert 1 und ist ein Bit minus Magnetisiert entspricht es dem Wert 0.

Wenn wir jetzt z.B. ein schönes Urlaubsbild auf unserer Festplatte abspeichern werden hier die einzelnen Bits dieser Datei abgelegt. Das Bild liegt dann auf unserer Festplatte als eine ganze Anhäufung von 0 und 1 bzw. kleinen Bereichen die minus bzw. plus Magnetisiert wurden.

Welche Probleme können hierbei entstehen?

Dem einen oder anderen ist jetzt vielleicht schon ein Problem aufgefallen. Genau, was passiert wenn eine Magnetisierung nicht mehr stark genug ist, dass sie als ein plus oder minus erkannt wird? Die Antwort ist ziemlich simpel. Wenn es eine kleine Menge an Bits sind ist es noch zu verkraften allerdings wenn es bestimmte oder zu viele sind werden die Dateien zerstört.

Dieses Phänomen lässt sich leider erst erkennen, wenn es zu spät ist. Man sieht es wenn Bilder ab einem bestimmten Punkt nicht mehr angezeigt werden oder Filme mitten drin plötzlich stocken und ein Teil fehlt, bzw. sich die Bilder etwas überlagern.

Intaktes Bild

Dies ist das intakte Bild.

Defektes Bild

Und dies ist das Bild mit Speicher schaden.  Wie deutlich zu sehen ist wird der Defekte Teil des Bildes grau angezeigt. Leider können ein Großteil der Dateien nicht wieder repariert werden.

Wie schützt man sich gegen diese Datenverlust?

Viele Firmen und Hersteller von Backup Software erklären uns, dass wenn man regelmäßig Backups seiner Dateien macht diese Geschützt sind. Dies stimmt für alle Probleme die mit einem Hardware Defekt der Festplatte oder ein Formatieren der Festplatte zu tun haben. Leider nicht bei dem hier benannten Problem. Da dieses auflösen der Magnetisierung  sich schleichend abspielt, merkt unser System nicht wenn einzelne Bits und später ganze Bytes verloren gehen. Ein Backup hilft hierbei leider auch nicht. Da bei einem Backup nur die Momentan vorhandenen Datensätze weggeschrieben werden. Das bedeutet wenn eine Datei 1 oder 2 Byte weniger hat hat sie diese auch im Backup.

Momentan weis ich genau drei Möglichkeiten wie man sich vor diesem Defekt schützen kann.

1. Speichern in der Cloud.

Möglich aber wie schon so soft durchgekaut muss es jeder selbst wissen, ob er einem meist amerikanischen Konzern, seine Dateien unverschlüsselt preisgibt.

2. Speichern auf einer NAS

Eine NAS ist eine Netzwerk-festplatte. Sie wird in das eigene Heimnetz eingehängt und kann über das Netzwerk angesprochen werden. Hier ist darauf zu achten, dass die NAS mindestens platz für 3 Festplatten bietet und die Funktion RAID 5 oder 6. Dies ist wichtig, da erst ab einem Raid 5 bzw 6 die Daten 2 fach abgespeichert werden und zwar so, dass das System selbständig Fehler erkennen und ausbessern kann. Diese Lösung ist sehr gut, da hier auch Ausfälle von Festplatten abgedeckt ist. Allerdings kostet so eine NAS mit Festplatten mal gerne 500€ aufwärts.

3. Tools

Hier habe ich lediglich ein Tool gefunden, dass sich mit dieser Problematik beschäftigt. HDDCare heißt dieses kleine Tool. Es ist momentan noch in einer Anfangsphase (Alpha) wird aber permanent weiter entwickelt. Des weiteren ist es Open Source. Dies bedeutet die Entwickler veröffentlichen den Quellcode und bieten Ihr Programm kostenfrei an. Diese Methode ist für alle zu empfehlen die keine 500€ für eine NAS ausgeben möchten und Ihre privaten Bilder und Dateien ungern großen Firmen in die Hand geben.

Schützen mit HDDCare

Da es momentan noch keine richtige Anleitung gibt, wie man HDDCare einsetzt, möchte ich hier dieses Programm etwas näher beschreiben.

Die neuste Version von HDDCare kann auf SourceForge heruntergeladen werden.

https://sourceforge.net/projects/hddcare/

Leider existiert noch kein Installer für dieses Tool. Nachdem wir es gedownloaded haben müssen wir die Dateien entpacken und abspeichern. Wo wir diese Dateien abspeichern ist egal.

HDDCare

Man Sieht als erstes ein recht leeres Feld auf dem zwei Buttons angebracht sind. Mit dem einen (Ordner hinzufügen) können Ordner ausgewählt werden bei denen der Schutz angewendet werden soll und mit dem anderen kann das Programm konfiguriert werden.

Wir wenden uns erst einmal den Einstellungen zu.

Einstellungen

Hier können 6 Sachen eingestellt werden. Die Zeit, wie lange es dauert bis die erste bzw. zweite Erinnerung angezeigt wird. Dies hat auch zur Folge, ab wann der Status des Ordners auf gelb bzw. rot wechselt. Als nächstes kann eingestellt werden in welchem Intervall das kleine Popup recht unten erscheinen soll, wenn eine Festplatte gelb oder rot ist. Es kann auch eingestellt werden ob das Tool beim Login automatisch gestartet werden soll. Dies ist erforderlich wenn man die Lagerschaden vorsorge automatisch starten soll. Zu guter letzt kann noch eingestellt werden in welcher Sprache das Programm angezeigt werden soll.

Es ist zu empfehlen die Erinnerungs-Zeiträume nicht zu verändern. Wenn die kleinen Popups jemanden stören können diese auch mit dem wert 0 ausgeblendet werden.

Nachdem wir die Einstellungen mit Speichern und schließen wieder geschlossen haben, wollen wir mal einen Ordner schützen.

Hierfür klicken wir auf den Button „Ordern hinzufügen“ es öffnet sich ein Auswahlfenster mit dem wir zu unserem Order navigieren. Auch Unterorder werden hierbei geschützt.

Ordnerauswahl

Der Ordner wir mit OK bestätigt. Daraufhin sehen wir im Hauptfenster einen rote rote Festplatte mit der Aufforderung die Lagerschaden vorsorge baldmöglichst auszuführen.

HDDCare

Diese Vorsorge können wir händisch anstoßen, indem wir auf die Festplatte klicken und in den Ordnereigenschaften auf „Lagerschaden vorsorge ausführen“ drücken.

Ordnereigenschaften

Dieser Vorgang kann, je nach Ordnergröße, bis zu mehreren Stunden benötigen. Allerding müssen wir dieses Fenster während dieser Zeit nicht offen halten. wir können die Ordereigenschaften mit dem X beenden und das Programm minimieren. Um das Programm zu öffnen müssen wir auf das kleine Icon in der Symbol-leiste von Windows doppelt klicken.

Wenn die Lagerschaden vorsorge fertig ist wird dies entweder über ein kleines Popup angezeigt.

Ordnereigenschaften

Solange die Lagerschaden vorsorge läuft können wir in den Ordnereigenschaften verfolgen, welche Datei gerade geschützt wird.

Um einen Ordner nicht mehr zu schützen, klicken wir einfach in den Ordnereigenschaften auf „Ordner nicht mehr schützen“.

Wenn alles durchgelaufen ist, strahlt uns eine grüne Festplatte im Hauptfenster zu.

HDDCare

Wenn wir in den Einstellungen den automatischen Schutz aktivieren, startet HDDCare die Lagerschaden vorsorge automatisch wenn der erste Benachrichtigens-Zeitraum erreicht ist.

 

Gero

Ich habe eine Ausbildung als Fachinformatiker Systemintegration absolviert und spezialisiere mich in den Gebieten C# Programmierung und Server Netzwerk Infrastruktur. Dank meiner Selbständigkeit komme ich immer wieder an spezialfälle und entwickle hierzu lösungen.

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